Sensorik erleben, Kontakte knüpfen: Die bayerische Sensorik-Branche öffnete wieder ihre Türen
RÜCKSCHAU Sensorik Summer School 2026
REGENSBURG/BAYERN. Was Bayern liefert, lässt sich in dieser Dichte selten auf der Landkarte finden: Wenn es um zukunftsweisende Sensorik geht, passiert die technologische Wertschöpfung direkt vor Ort. Traditionsreiche Mittelständler und internationale Konzerne bündeln hier gleichermaßen bewusst ihr Know-how und bauen es weiter aus. Wie eng Forschung, Serienfertigung und industrielle Praxis dabei ineinandergreifen, belegte einmal mehr unsere diesjährige Sensorik Summer School, die rund 20 Studierende in das bayerische Innovationsökosystem führte – auch wenn vier Tage naturgemäß zu kurz sind, um die gesamte bayerische Sensorik-Landschaft abzubilden.
Tag 1 – Smart Sensor Systems
Die Bandbreite sensorischer Lösungen ist riesig, umso wichtiger ist es daher, eine gemeinsame Grundlage zu haben. Unser Kollege Matthias Streller eröffnete traditionsgemäß die Sensorik Summer School mit einem Überblick, bei dem auch aktuelle Trends in der Sensorik nicht fehlten. Greifbar aus der unmittelbaren Unternehmenspraxis wurden anschließend Sensortechnologien aus Hochspannungs-, Präzisionsmess- und Umweltmesstechnik dank Dr. Lisa Grabinger (Reinhausen GmbH), Dr. Andreas Frischen (Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG) und Philipp Braungardt (STEP Systems GmbH). Ein Get-together im Foyer ermöglichte den Austausch zwischen Studierenden und Fachleuten.
„Es war überraschend zu sehen, dass noch so viel Produktion am Standort in Deutschland stattfindet. Ich dachte das ist mittlerweile schon viel stärker ausgesiedelt worden.“
Teilnehmer/in
Tag 2 – Innovative Light & Sensor Solutions
Seit Anfang 2026 setzt unser Mitglied ams-OSRAM vollständig auf optische Halbleitertechnologien. Der Standort Regensburg spielt dabei eine Schlüsselrolle – Bund und Freistaat Bayern fördern hier den Ausbau von Forschung, Entwicklung und Produktion für die nächste Generation optoelektronischer Halbleiter mit über 300 Millionen Euro. Bei der Werksführung erklärten Stephanie Opitz und Florian Lex, was das für die Praxis bedeutet. Am Nachmittag führte Simon Jobst durch das Sensorik-ApplikationsZentrum (SappZ), das hochmoderne Labor der Fakultät für Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften der OTH Regensburg an der TechBase, inklusive Labortour. Ein interdisziplinäres Team aus Forschenden und Studierenden arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Projekte reichen von photoakustischer Gassensorik, Spurenanalyse in Flüssigkeiten bis hin zu Ultraschallsensorik.
„What I learn in my Electrical and Microsystems Engineering studies is actually connected to real industrial applications. It also made me more interested in exploring the semiconductor industry.“
Teilnehmer/in
Tag 3 – High Performance Computers & Cameras
AUMOVIO CoSmA steht für “Smart Access” – bei Aumovio GmbH bedeutet das: Ultra-Breitband-Technologie lokalisiert ein Smartphone zentimetergenau rund um das Fahrzeug und entscheidet in Echtzeit, ob sich die Tür öffnet. Thomas Meier, Alexander Mang und Markus Doering zeigten, welche Rechenleistung und welche Antennenmodule hinter diesem Prinzip stecken, bevor eine Demonstration am Testfahrzeug das Prinzip greifbar machte. Am Nachmittag ging es zu Excelitas PCO GmbH nach Kelheim: Der Standort hat nicht nur eine Toplage – an der Donau, mit Blick auf die Befreiungshalle –, sondern liefert auch seit 40 Jahren Top-Hightech-Produkte: Gegründet 1987, entwickelt PCO bis heute Hochleistungskamerasysteme, die als Standardprodukte wie auch in kundenspezifischen Ausführungen in Wissenschaft, Industrie und Automobilbranche eingesetzt werden. Prometeusz Jasinski, Gerhard Holst und Simon Aßmann leiteten die Workshops zu Kameraanwendungen und Infrarot-Sensorik, Johann Hatzl die Werksführung.
„Best, before that we only think camera is for taking selfies, but today we see real use of cameras in different industries.“
Teilnehmer/in
Tag 4 – Material Testing & Power Efficient Systems
90 Millionen Euro hat Schaeffler in sein Technologiezentrum in Herzogenaurach investiert – 15 Labore für Mess-, Prüf- und Kalibriersysteme sowie Material-, Chemie-, Beschichtungs- und Nanotechnologien. Ein Bekenntnis zum bayerischen Standort. Nicht alles davon ließ sich im Rahmen des Besuchs erschließen, doch Rainer Mayer, Ingo Wagner und Stefan Alberth verschafften im Testfeld und Motion Hub einen fundierten Einblick in die laufenden Entwicklungen. Der letzte Stopp unserer diesjährigen Sensorik Summer School war dann in Erlangen beim Fraunhofer IIS, zu Heike Karg, Johannes Gondan und Yevgeniy Itskovych. Am Wake-up-Receiver wurde ein Prinzip greifbar, das für jedes batteriebetriebene Sensornetzwerk zählt: Der Empfänger bleibt inaktiv, bis ihn ein Signal gezielt weckt – dauerhaftes Funken entfällt. Neuromorph-Demonstrator und Magnetic-Exhibits-Demonstrator rundeten den Nachmittag ab.
„A really good opportunity to get in contact with the empolyees and researchers. To have the chance to ask them questions directly is really cool!“
Teilnehmer/in
Sie wollen 2027 an unserer Sensorik Summer School mitwirken?
Das war die Sensorik Summer School 2026 – vier Tage geballtes Wissen, Einblicke in hochmoderne Technologien und direkte Vernetzungsmöglichkeiten – von Smart Sensor Systems über Licht- und Sensorlösungen bis hin zu Hochleistungsrechnern, Kameratechnik und Materialprüfung. Ein Dank geht an alle Referent:innen und Teilnehmenden für eine inspirierende Woche voller Expertise und Austausch.
Nach der Summer School ist vor der Summer School: Unternehmen, die 2027 Teil davon werden und ihre Technologien oder Praxiseinblicke präsentieren möchten, sind herzlich eingeladen, sich schon jetzt zu melden.
Florian Czieslok
Netzwerk- und Projektmanagement Technologie