UpCycleFood.BY: Aus Molke und Trester neue Erlöse schaffen
Cluster Ernährung und Sensorik erkunden Marktpotenziale für Nebenströme aus bayerischer Milch-, Getränke- und Obstproduktion – mit intelligenter Sensorik
Aus Molke werden Proteinpulver, aus Trester Ballaststoffe: Mit dem neuen Cross-Cluster-Projekt UpCycleFood.BY ermitteln wir gemeinsam mit dem Cluster Ernährung 2026, wie Bayerns Lebensmittelproduzenten aus bisher ungenutzten Nebenströmen neue Einnahmequellen schaffen können. Intelligente Sensorsysteme können die Verwertung von Reststoffen aus Milch-, Getränke- und Obstproduktion wirtschaftlicher machen.
Beide bayerischen Branchen profitieren hievon: Lebensmittelproduzenten können Entsorgungskosten senken und gleichzeitig neue Erlöse erzielen. Sensorikunternehmen Messsysteme für einen wachsenden Markt entwickeln oder ihre vorhandenen Technologien an die Anforderungen der Lebensmittelbranche anpassen. Local for local lautet auch hier das Motto, bayerische Technologie für bayerische Bedarfe.
„In einem nächsten Schritt führen wir in UpCycleFood.BY nun gezielte Tiefeninterviews und quantitative Erhebungen bei bayerischen Lebensmittelproduzenten und Technologieanbietern durch“, erklärt Dr. Armin Vikari, Geschäftsführer des Clusters Ernährung. „Ziel ist es, belastbare Daten zu Mengen, Verfügbarkeit und Qualität der Nebenströme zu gewinnen und diese mit technologischen Lösungen zusammenzuführen.“ Sensorik ermöglicht es, Nebenströme inline zu charakterisieren, Qualitätsparameter in Echtzeit zu überwachen und Prozessketten datenbasiert zu stabilisieren. Auf dieser Basis bewertet UpCycleFood.BY sowohl die technologische Umsetzbarkeit als auch das Marktpotenzial möglicher Verwertungsoptionen. Die daraus entwickelten Szenarien werden im Herbst im Rahmen eines Fachforums mit Kernakteuren beider Branchen präsentiert. Ferner werden die Ergebnisse in einer frei verfügbaren Studie aufbereitet und so einem breiten Kreis an Unternehmen zugänglich.
Warum die Fokussierung auf drei Kernbereiche?
Die Konzentration auf Milch, Getränke sowie Obst und Gemüse folgt einer systematischen Analyse der bayerischen Wirtschaft. Diese Bereiche decken einen Großteil der regionalen Produktion ab und weisen ein besonders hohes Upcycling-Potenzial auf. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Proteine, Ballaststoffe oder funktionelle Komponenten bleiben hier bislang häufig ungenutzt, während gleichzeitig die regulatorischen und ökonomischen Anforderungen an die Ressourceneffizienz steigen.
Cross-Cluster-Ansatz: Technologie trifft Produktion
Das Cluster Ernährung mit Sitz in Kulmbach kennt die Produzenten und deren spezifische Nebenströme. Wir als Cluster Sensorik haben Zugang zu Technologieherstellern und Expertise in der Prozessüberwachung. Nur durch diese Kombination lassen sich Lösungen entwickeln, die in der rauen Produktionsrealität funktionieren: Sensoren müssen mit Temperaturschwankungen, Verschmutzungen und schwankenden Rohstoffqualitäten klarkommen und trotzdem präzise messen. Gefördert wird UpCycleFood.BY im Rahmen der Cluster Offensive Bayern.
Interessierte Unternehmen beider Branchen können sich aktiv in die Analysephase einbringen. Kontakt: Dr. Armin Vikari (Armin.Vikari(at)KErn.bayern.de) oder Nina Dippold (Nina.Dippold(at)KErn.bayern.de).