Neue Löungen für die Landwirtschaft - "Smart Farming"

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Digitale Systeme erleichtern die Arbeit auf dem Feld, im Stall und Garten

Sensorik-Experten tagten im brigk Makerspace in Ingolstadt

Die zunehmende Verfügbarkeit von Informationen und neuen Technologien haben vielen Bereiche der Landwirtschaft bereits verändert. Welchen Beitrag Sensoren und neue intelligente Systeme für eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft von morgen leisten, erläuterten Experten auf dem Technologieforum „Smart Farming“ am 16. Oktober 2019. Das Forum fand in Kooperation mit dem brigk, dem Digitalen Gründerzentrum der Region Ingolstadt GmbH, statt.

„Der Trend geht zu größeren Betrieben mit größeren Herden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Landwirt in so einem Betrieb jede Kuh sieht, ist sehr niedrig", berichtet Daniel Haberer, Geschäftsführer der Solnovis GmbH. Risiko sei hier, dass die Tiergesundheit leide. Lahmheit sei hier an dritter Stelle der Probleme, die zu Laktationsstörung führen. Für mehr Tierwohl kombiniert Solnovis daher neuartige Technologien aus der Bildverarbeitung mit Medizintechnik und Veterinärmedizin. Haberer kooperiert hier mit der TU München, Kathrin L.M. Ziegler, M.Sc. vom  Wissenschaftszentrum Weihenstephan übernahm daher den wissenschaftlichen Teil der Ausführungen zum neuen Kamerasystem für automatische Lahmheitserkennung.

Die Messung des Reflexionsspektrums von Pflanzen erlaubt Rückschlüsse auf den Pflanzenzustand und eine Unterscheidung von Nutzpflanzen und Beiwuchs“, erklärte Dr. Stephan Junger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.  Es werden miniaturisierte und kostengünstige optische Sensoren vorgestellt, bei denen die spektralen Filter zusammen mit den optischen Detektoren und der Signalverarbeitung direkt in einem CMOS-Halbleiterprozess hergestellt werden können. Im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „INFIMEDAR (Hochintegrierte nano-optische Filter für Agrar-Sensorik)“ werden diese Multispektral-Sensoren zur Messung mit hoher Ortsauflösung verwendet um eine abgestimmte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu ermöglichen und damit deren erforderliche Menge deutlich zu reduzieren.“

„Die Weiterentwicklung von Saatgut und Düngemitteln ist stark ausgereizt, damit stieg die Anzahl an ernährten Personen pro Landwirt kaum noch an. Hier wollen wir mit unserer Technologie entgegenwirken“, erklärt Bernhard Limbrunner (Fritzmeier Umwelttechnik), der als Landwirt weiß, wovon er spricht. Das intelligente Sensorsystem ISARIA des Unternehmens aus Großhelfendorf ermöglicht es, die Ertragsfähigkeit des Bodens optimal zu nutzen, indem Dünge- und Pflanzenschutzmittel an den Stellen ausgebracht werden, wo sie wirklich benötigt werden.

Michael Buthut lenkte den Blick auf die "heimischen Äcker": Mit Hilfe des Farm Bots, der im Gründerzentrums brigk entstanden ist, können sich Gärtner beruhigt zurücklehnen: Unkraut gibt es mit diesem Robotersystem zwischen der Gemüseaussaat nicht mehr. Mittels einer Kamera erkennt es, wenn eine Pflanze dort sprießt, wo sie nicht hingehört. Der Farmbot kann sich mittels einer Schleppkette und an einem Querträger selber an jeden Punkt des Beets bewegen. Mit der Kamera kann der Hobbygärtner sogar ein Tagebuch des Wachstums seiner Pflanzen erstellen. Wie breit die verschiedenen Anwendungsszenarien neuer Lösungen sind, zeigte auch die Expo im Anschluss an die Fachvorträge.

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